Die Lage in der Ukraine und ein möglicher Importstopp für russisches Öl treiben die Preise weiter in die Höhe. Die Anleger reagieren nervös. Die Rohölpreise stiegen zuletzt auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise im Jahr 2008.

Weil ein Importstopp für russisches Öl wegen der russischen Militäroperation in der Ukraine befürchtet wird und sich die Gespräche über ein Atomabkommen mit Iran weiter verzögern, kletterten die Rohölpreise am Montag auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2008.

Für die globale Referenzsorte Brent stieg Montagvormittag der Preis um 8,35 US-Dollar oder 7,07 Prozent auf nunmehr 126,46 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 8,33 US-Dollar oder 7,2 Prozent auf 124,01 US-Dollar.

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Am Sonntag übersprangen beide Referenzsorten zum ersten Mal seit Juli 2008 die Schwelle von 130 US-Dollar pro Barrel: Brent mit 139,13 US-Dollar pro Barrel und WTI mit 130,50 US-Dollar.

Die US-Benzinpreise an den Zapfsäulen folgten dem Anstieg der Rohölpreise und stiegen in der vergangenen Woche um 11 Prozent. Sie überschritten damit erstmals seit fast 14 Jahren die Marke von 4 US-Dollar pro Gallone (etwa 3,8 Liter), so meldete der US-Benzinpreisanbieter GasBuddy am Sonntag.

Der Preisanstieg erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Gespräche zur Wiederbelebung des Atomabkommens mit Iran aus dem Jahr 2015 ins Stocken geraten sind, nachdem Russland von den USA eine Zusage dafür verlangt hat, dass die Sanktionen des Westens gegen dieses Land den Handel Teherans mit Moskau wegen des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine nicht beeinträchtigen werden. Als Antwort auf die Anfrage Russlands erklärte US-Außenminister Antony Blinken am Sonntag, dass die gegen Russland wegen der Ukraine verhängten Sanktionen ein mögliches Atomabkommen mit Teheran nicht beeinträchtigen sollen.

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In der Zwischenzeit haben zwischen Washington, D.C. und Brüssel für die EU Gespräche über ein mögliches Verbot des Imports von russischem Öl begonnen. Und obwohl Europa in hohem Maße von russischen Öl- und Erdgaslieferungen abhängig ist, wurde am Wochenende der Gedanke an ein Verbot russischer Energieträger zunehmend lauter, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit den Gesprächen vertraute Quelle.

Zuvor hatte US-Außenminister Blinken erklärt, dass die USA nun „mit unseren europäischen Partnern und Verbündeten sprechen, um auf koordinierte Weise die Aussicht auf ein Verbot der Einfuhr von russischem Öl zu prüfen“. Analysten der US-amerikanischen Bank JP Morgan sagten diese Woche, dass der Ölpreis in diesem Jahr sogar bis auf 185 US-Dollar pro Barrel steigen könne.

Russland exportiert täglich rund sieben Millionen Barrel Öl sowie raffinierte Produkte, was etwa 7 Prozent des weltweiten Angebots ausmacht. Den Analysten der Bank of America zufolge würden die Ölpreise bei einem Verbot des größten Teils der russischen Ölexporte auf 200 US-Dollar pro Barrel steigen. Iran, dessen Ölexporte möglicherweise einen Teil des zu befürchtenden Defizits ausgleichen könnten, würde nach Ansicht der Analysten noch mehrere Monate brauchen, um die Öllieferungen nach Abschluss eines neuerlichen Atomabkommens wiederherzustellen.

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