Als Antwort auf die westlichen Sanktionen gegen russische Fluggesellschaften könnte Moskau im Westen geleaste Flugzeuge verstaatlichen, berichten russische Medien. Behördenangaben zufolge machen im Westen produzierte Jets 72 Prozent des gesamten russischen Flugverkehrs aus. Dies berichtet das Magazin „RT DE“.

Weiter berichtet RT DE: „Beamte des russischen Verkehrsministeriums haben Berichten zufolge
zusammen mit Topmanagern der großen russischen Fluggesellschaften die
Möglichkeit der Verstaatlichung von Airbus- und Boeing-Flugzeugen
erörtert. Dies berichtete die russische Wirtschaftszeitung RBK mit Verweis auf ungenannte Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sein sollen.

Die Maßnahme könnte ein Mittel sein, um gegen das Verbot des Verkaufs
und Leasings von Flugzeugen an russische Fluggesellschaften vorzugehen,
das die Europäische Union letzte Woche verhängt hat.

Das Thema
wurde Berichten zufolge vom stellvertretenden Verkehrsminister Igor
Tschalik und hochrangigen Vertretern der Aeroflot-Gruppe, der S7-Gruppe,
der Ural Airlines und der Utair besprochen.

In der vergangenen
Woche hatte Brüssel den Leasingfirmen eine Frist bis zum 28. März
gesetzt, um die laufenden Mietverträge in Russland zu beenden. In einer
am 25. Februar veröffentlichten Pressemitteilung des EU-Rates hieß es:

„Dieses
Verbot des Verkaufs aller Flugzeuge, Ersatzteile und Ausrüstung an
russische Fluggesellschaften wird einen der Schlüsselsektoren der
russischen Wirtschaft und die Konnektivität des Landes beeinträchtigen,
da drei Viertel der derzeitigen russischen Verkehrsflugzeugflotte in der
EU, den USA und Kanada gebaut wurden.“

Moskau
warnte den Westen, dass es Vergeltungsmaßnahmen veranlassen werde, falls
Sanktionen gegen die russische Luftfahrtindustrie ergriffen würden. Die
endgültige Entscheidung über die Verstaatlichung ausländischer
Flugzeuge ist noch nicht gefallen, eine Ankündigung wird jedoch bis Ende
der Woche erwartet, so die Quellen. Eine davon behauptete:

„Die
Verstaatlichung der Flotte ist das realistischste Szenario, es gibt im
Moment keine anderen Optionen [zur Aufrechterhaltung der Effizienz].“

Die Fluggesellschaften hätten kein Recht, die Jets zu behalten, wenn
die Leasinggeber sie zurückfordern. Die Entscheidung über die
Verstaatlichung müsse jedoch von der russischen Regierung getroffen
werden. Wenn sie sich für den Kauf der Flugzeuge entscheide, müsse diese
Möglichkeit mit den USA und der EU erörtert werden.

Die russische
Föderale Luftverkehrsbehörde teilte den Medien auf Anfrage mit, dass
sich die Angelegenheit im Stadium der Bewertung befinde. Nach Angaben
der Behörde waren Mitte Februar 2022 bei den größten russischen
Fluggesellschaften 491 Flugzeuge der Hersteller Airbus, Boeing und
Embraer im Einsatz. Ende 2021 beförderten sie 80 Millionen Menschen, was
72 Prozent des gesamten Passagierverkehrs der russischen
Fluggesellschaften entspricht.“

Quelle: RT DE



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