Nach einem siebenjährigen Verbot ist es den in Europa stationierten US-Soldaten nun gestattet, ihre Dienstuniformen außerhalb der jeweiligen Stützpunkte zu tragen. Laut den Verantwortlichen soll die Richtlinie „viele neue großartige Möglichkeiten“ für US-Soldaten in den Gastländern bereithalten.

Allen militärischen Angehörigen rund um die deutschen US-Militärstützpunkte in Kaiserslautern und Ramstein (Kaiserslautern Military Community: KMC) ist es wieder gestattet, ihre Uniform auch außerhalb der Liegenschaften zu tragen. Das verkündete die Führung der US Air Base Ramstein am vergangenen Dienstag auf ihrer offiziellen Website. Das Tragen der Uniform außerhalb der jeweiligen Liegenschaften in Europa war den US-Militärangehörigen seit 2014 verboten. 

Laut US-Militärs erfolgte das Verbot nach einem entsprechenden Dekret des U.S. European Command (EUCOM) im Zuge einer nicht näher definierten „damaligen Bedrohungslage“ und galt für alle US-Stützpunkte des EUCOM. Dies galt auch für die als wenig bedroht eingestuften Gebiete.

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Im vergangenen Jahr übergab das für die US-Streitkräfte in Europa zuständige EUCOM die im Rahmen der Uniformierungspolitik bestehende Genehmigungsbefugnis an die einzelnen Dienststellen. Demnach ermächtigte Generalmajor Randall Reed, der in der Air Base Ramstein stationierte Kommandeur der sogenannten Third Air Force der USA-Luftwaffe – der Air Force Europe USAFE –, die für die US-Stützpunkte in Deutschland, Italien und Großbritannien zuständigen Geschwader-Kommandeure ihrerseits, bis zum 1. Februar 2022 Änderungen an den bis dahin geltenden Uniformvorschriften vorzunehmen. Parallel zur US-Luftwaffe hatte auch der für die US-Armee in Europa zuständige Generalmajor James Smith Änderungen der Uniformvorschriften veranlasst.   

Die neuen Uniformierungsregelungen gestatten den Angehörigen der beiden US-Teilstreitkräfte nunmehr ihre Uniformen sowohl auf dem Weg vom eigenen Wohnsitz zur Dienstelle als auch in Geschäften, Restaurants, Schnellimbissen, Tankstellen, Drogerien, Cafés und Friseurläden zu tragen. Nach Meldung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein bleibt den Soldaten das Tragen der Uniform jedoch in Nachtclubs, Bars, Tanzlokalen und sogenannten Shisha-Bars als auch der Konsum von Alkohol während des Tragens der Uniform außerhalb der jeweiligen Liegenschaft weiterhin verboten.  

Dem Bericht nach haben die Führungskräfte der US-Luftwaffe zusammen mit den Beschäftigten des Sicherheitskräfte daran gearbeitet, durch die Änderung der Uniformierungsvorschriften Verfahren einzuführen, die ein bestmögliches Gleichgewicht zwischen Risiken, dem Wohlergehen der US-Militärangehörigen und der Stärkung der Beziehungen zur benachbarten Gesellschaft ermöglichen. Jedoch wird die Richtlinie regelmäßig überprüft, um sie gegebenenfalls jederzeit möglichen Bedrohungs- und Risikosituationen anzupassen. 

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Nach Meinung des TSgt. Jacob Petersen, des verantwortlichen Unteroffiziers der 86. Security Forces Squadron (Sicherheitskräfteschwadron für Antiterrorismus und Schutz der Streitkräfte und Liegenschaften), öffnet diese Richtlinie „die Türen zu vielen großartigen neuen Möglichkeiten sowohl für unsere Soldaten als auch für die Partner des Gastlandes hier innerhalb der KMC.“ Wie in den USA sollen die Soldaten des Luftwaffenstützpunktes jedoch jederzeit vorbereitet sein, verdächtige Aktivitäten über das „Eagle Eyes-Programm“ zu melden und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Gegenüber dem Büro für Öffentlichkeitsarbeit in Ramstein ergänzte Petersen: 

Angesichts der neuen Bewegungsfreiheit in der Region ist es äußerst wichtig, dass das gesamte Personal auch außerhalb der Anlage kluge Entscheidungen trifft und die Sicherheit des Einsatzes im Auge behält. Denken Sie daran, dass ein solides OPSEC- und Antiterrorismusprogramm von jedem Einzelnen verlangt, das Bewusstsein zu bewahren, persönliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und verdächtige Aktivitäten zu melden.

Die neue Uniformenregelung erfolgte nahezu zeitgleich mit der im Zuge der Ukraine-Krise stattfindenden Erhöhung des US-Soldaten-Kontingents in Deutschland und Polen. Nach Darstellung der US-Regierung sei eine Erhöhung der Anzahl der in Europa stationierten US-Soldaten erfolgt, um die „NATO-Verbündeten zu verteidigen und eine klare Botschaft“ an Russland zu übermitteln.

Demnach könnte die den US-Streitkräften eingeräumte Erlaubnis, ihre Uniformen nun auch wieder außerhalb der jeweiligen Stützpunkte tragen zu dürfen, zusätzlich dem Zweck dienen, eine vermehrte Präsenz zur Abschreckung gegenüber Russland öffentlich zu zeigen.

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