In einem Frauengefängnis im US-Bundesstaat Kalifornien sollen Angestellte Insassinnen systematisch vergewaltigt haben. Die Übergriffe sollen laut Medienberichten von der Gefängnisleitung nicht nur vertuscht, sondern sogar geduldet worden sein.

Das Bundesgefängnis in Dublin im US-Staat Kalifornien soll sexuellen Missbrauch durch Bedienstete zugelassen und vertuscht haben. Dies geht aus einem Bericht der Associated Press vom Sonntag hervor, der sich auf interne Aussagen von Insassinnen und ehemaligen Bediensteten beim US-Bundesamt für Gefängnisse beruft, in denen Missbrauchsfälle beschrieben werden.

Den Dokumenten zufolge wurden Missbrauchsvorwürfe gegen Wärter ignoriert. Einige Gefangene, die Missstände anzeigten, wurden mit Isolationshaft bestraft.

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Dem Gefängnisdirektor wird vorgeworfen, Nacktfotos von einer Insassin, die er misshandelt haben soll, auf seinem Handy gespeichert zu haben, so die Untersuchung. Ein Wärter gab Berichten zufolge zu, weibliche Insassen schwängern zu wollen. Ein weiterer Gefängnisbeamter wird beschuldigt, eine Insassin zu einem Arbeitseinsatz mit einem Bediensteten, den sie der Vergewaltigung beschuldigte, eingeteilt zu haben. Bei Bekanntgabe des Arbeitseinsatzes soll er gesagt haben, es sei an der Zeit, „die Spiele beginnen zu lassen“.

Die Missbrauchskultur in dem kalifornischen Gefängnis sei so allgegenwärtig, dass zahlreiche Insassinnen und Bedienstete die Vorgänge als „Vergewaltigungsclub“ bezeichneten.

Laut der Associated Press wurden infolge der Vorwürfe bereits vier Mitarbeiter des Dubliner Gefängnisses verhaftet, nachdem eine Beschwerde an das Justizministerium und das FBI weitergeleitet worden war. Unter den verhafteten Personen befindet sich auch der ehemalige Gefängnisdirektor Ray J. Garcia. Das US-Bundesamt für Gefängnisse untersucht noch immer einen Großteil der mehr als 400 Beschwerden über sexuelle Übergriffe auf Insassinnen durch das Personal aus dem Jahr 2020 – jenem Jahr, in dem eine Reihe von Beschwerden im Dubliner Gefängnis gemeldet worden war.

Die Bundesjustizvollzugsanstalt Dublin wurde im Jahr 2012 in ein reines Frauengefängnis umgewandelt und beherbergt derzeit etwa 750 Insassinnen. Zu den Insassinnen der jüngsten Zeit gehörten die prominenten Schauspielerinnen Lori Loughlin und Felicity Huffman, die beide wegen Betrugs im Zusammenhang mit einem Skandal um College-Zulassungen verurteilt worden waren.

Noch diesen Monat wird eine neue Direktorin die Leitung der Einrichtung in Dublin übernehmen. Thahesha Jusino hat eine Null-Toleranz-Politik gegenüber sexuellem Missbrauch versprochen. Sie erklärte:

„Eine Kultur des Fehlverhaltens oder Handlungen, die nicht mit den Grundwerten der Gefängnisbehörde übereinstimmen, werden nicht toleriert.“

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