Erneut versuchen Aktivisten an verschiedenen Stellen der Hauptstadt mit Straßenblockaden auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Leidtragende sind auch heute die Berufspendler. Spontan half diesmal die Berliner Stadtreinigung bei der Räumung der Straße mit.

Aktivisten der Gruppe „Essen retten – Leben retten“ haben ihre Proteste in der Hauptstadt fortgesetzt. Unter anderem ist die Stadtautobahn A100 erneut Aktionsziel einer Blockade. Wie schon bei den vorherigen „Events“, zogen sich die mehrheitlichen jungen Teilnehmer erneut den Unmut der berufstätigen Autobahnbenutzer auf sich. Durch die Blockaden an wichtigen Zufahrten und nahegelegenen Straßenkreuzungen bildeten sich heute – wie auch an den früheren Tagen – kilometerlange Staus. Auf Twitter verbreitet die Gruppe ihre Darstellung zur Notwendigkeit und Motivation ihrer Aktion.

Die Gruppe der selbsternannten Klimaschützer bezeichnet ihre Aktionen auch als einen „Aufstand der letzten Generation“. Des Weiteren fordern die Straßenblockierer via Twitter, dass „die Polizei Berlin uns nicht verhaftet, da Essen retten – Leben retten die verfassungsgemäße Ordnung verteidigt & sie die Pflicht hat, jeder Regierung den Gehorsam zu verweigern, die ihre 1. & wichtigste Verantwortung nicht wahrnimmt: den Schutz der Menschen in DE“ (Wiedergabe wie im Original). Ein unerwartetes Räumkommando der Berliner Stadtreinigung (BSR) ergriff diesmal zuerst die Initiative zur Räumung der Straße, was in den sozialen Medien demensprechend kommentiert wurde: 

An der Stelle einer anderen Ausfahrt der A 100 versuchten genötigte, genervte und überforderte Autofahrer und Berufstätige eigenständig, die Fahrbahn frei zu räumen. Auch bei Kommentaren zu dieser Eigeninitiative wird wenig Begeisterung für die Aktivitäten der Gruppierung erkennbar:

Bei den Ereignissen der Vortage hatte die Gruppe bereits viel Kritik auf sich gezogen, da sogar Rettungskräfte im Einsatz durch die Blockaden massiv behindert wurden:

Die neue Parteivorsitzende Ricarda Lang von Bündnis 90/Die Grünen demonstrierte hingegen großes Verständnis für diese Blockaden in Berlin. In einem aktuellen Interview für die Welt sagte sie: „Ich halte zivilen Ungehorsam dann für ein legitimes Mittel des politischen Protests, wenn er eben friedlich vonstattengeht. Wir sollten uns jedoch fragen, warum junge Menschen zu solchen Mitteln greifen.“

Weitere Darlegungen der Gruppe selbst für die Gründe ihres „zivilen Ungehorsams“ lassen sich in einem Tweet vom 4. Februar finden:

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Die Zeit verweist mit Informationen auf Aktionen einiger junger Leute, die bereits vor der Bundestagswahl wochenlang in Berlin im Hungerstreik waren. Vordenker sind der 22-jährige Henning Jeschke und die 24-jährige Lea Bonasera, die damals gegen Ende sogar das Trinken von Flüssigkeiten verweigerten und so ein Gespräch mit dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz erstritten. 

Aktuell meldete die Verkehrsinformationszentrale der Hauptstadt einen „langen Stau“ in Richtung Wedding. An der Ausfahrt Kurfürstendamm seien sechs Aktivisten von der Fahrbahn gezogen worden, auf der Gegenseite am Messegelände fünfzehn, so sagte ein Polizeisprecher der Berliner Morgenpost.

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