Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände rechnet damit, dass in den kommenden Wochen mehrere hundert Apotheken mit den Impfungen starten werden. Kritik an den Corona-Impfungen in Apotheken wurde unterdessen erneut von Ärzteverbänden laut.

Seit heute dürfen in Nordrhein-Westfalen auch Apotheken Corona-Impfungen anbieten. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände rechnet damit, dass ab Dienstag auch bundesweit mehrere hundert Apotheken mit den Impfungen starten werden. Gabriele Regina Over­wiening, Präsidentin der Bundesvereinigung, sagte, man gehe davon aus, „dass die Zahl der impfenden Apotheken sukzessive aufwächst“.

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Der Bundestag hatte im Dezember mit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes grundsätzlich den Weg für Apotheker beim Impfen ermöglicht. Von den rund 18.500 Apotheken in ganz Deutschland hätten mittlerweile etwa 6.000 Apotheker die notwendige Schulung absolviert. Vorausset­zungen für die Impfungen sind eine mehrstündige theoretische und praktische Ausbildung durch einen Arzt und ein abgetrennter Behandlungsraum in der Apotheke. Außerdem müssen die Apotheken eine Betriebshaftpflichtversicherung vorweisen, die auch mögliche Schäden durch die Impfung abdeckt. Sie müssen zudem eine solche Selbstauskunft der Landesapothekerkammer vorlegen, und technische Voraussetzungen wie eine Anbindung an die RKI-Software müssen erfüllt sein.

Nach Angaben des Verbands ist im Rheinland etwa jede vierte Apotheke in der Lage, die Voraussetzungen zu erfüllen. Bis Anfang März soll es jede zweite sein. Anders sieht es beispielsweise in Thüringen aus. Dort zählte die Landesapothekerkammer nur 13 Apotheken, die die notwendigen Selbstauskünfte eingereicht haben. Der Vorsitzende des Landesapothekenverbands, Stefan Fink, erklärte:

„Das kann sich schon noch steigern. Aber nicht in Dimensionen, wo man von einem flächendeckenden Angebot sprechen kann.“

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Der Grund dafür sei jedoch nicht, dass es sich für die Apotheken finanziell nicht lohne, sondern dass diese oft keine personellen Kapazitäten für die zusätzlichen Aufgaben hätten. Zudem dürfen nur die Apotheker selbst und nicht das pharmazeutische Personal impfen. Kritik an den Impfungen in Apotheken wurde unterdessen erneut von den Hausärzten laut. Oliver Funken, Vorsitzender des Hausärzteverbands Nordrhein, sagte, man brauche die Apotheken nicht. Dafür gebe es weder medizinische noch sachliche Gründe. Der Verband betonte auch, Apotheker seien medizinisch nicht ausgebildet. Er widersprach auch der Darstellung der Vorsitzenden des nordrheinischen Apothekerverbandes, die im Morgenmagazin des WDR erklärte, Apotheker wären genauso ausgebildet wie Ärzte.

„Mit solchen verantwortungslosen Aussagen werden die Patienten in die Irre geleitet.“

Impfen gehöre in die Arztpraxen. Im Vorfeld hatten auch zahlreiche andere Ärzteverbände Kritik geübt.

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