Wie Regierungssprecherin Jen Psaki am Mittwoch bekannt gab, wollen die USA im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise nicht mehr von einer „unmittelbar bevorstehenden Invasion“ durch Russland sprechen – die Formulierung vermittele eine nicht beabsichtigte Botschaft.

Sprachspiele im Weißen Haus in Washington: Die US-Regierung will die Formulierung „unmittelbar bevorstehend“ nicht mehr im Zusammenhang mit einer vermeintlichen Invasion der Ukraine durch Russland verwenden. Das erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Mittwoch gegenüber Medienvertretern. Die Formulierung sende eine „unbeabsichtigte Botschaft“ aus, so Psaki. Sie sagte gegenüber den Journalisten:

„Ich habe es einmal benutzt. Ich glaube, auch andere haben es einmal verwendet, und wir haben damit aufgehört, weil ich glaube, dass es eine Botschaft aussendet, die wir nicht beabsichtigt haben, nämlich dass wir wissen, dass Präsident Putin eine Entscheidung getroffen hat.“

Sie ergänzte:

„Ich würde sagen, dass ich in den allermeisten Fällen, in denen ich darüber gesprochen habe, gesagt habe, dass er [Putin, Anm. d. Red.] ‚jederzeit‘ einmarschieren könnte.“

Nur einen Tag zuvor, am Dienstag, war die US-Gesandte bei der UNO, Linda Thomas-Greenfield, in einem Interview mit dem Sender NPR von der Verwendung des Begriffs „unmittelbar bevorstehend“ abgerückt. Thomas-Greenfield sagte:

„Nein, ich würde nicht sagen, dass wir behaupten, dass es unmittelbar bevorsteht.“

Mit ihren Äußerungen vom Mittwoch vollzieht Psaki offenbar eine Kehrtwende. Nur eine Woche zuvor, während der Pressekonferenz vom 25. Januar hatte die Regierungssprecherin noch anders geklungen. Auf die Frage, ob die russische Invasion in der Ukraine, die laut US-Medien und Geheimdiensten seit Ende Oktober jederzeit bevorstehe, immer noch „unmittelbar bevorstehe“, antwortete Psaki damals:

„Wenn wir gesagt haben, es stehe unmittelbar bevor, dann steht es auch weiterhin unmittelbar bevor.“

„Nun, ‚unmittelbar bevorstehend‘ hat eine ziemlich intensive Bedeutung. Nicht wahr?“, hatte sie als Antwort auf die nächste Frage ergänzt. Auf eine weitere Frage eines Journalisten, ob sie immer noch glaube, dass die Invasion unmittelbar bevorstünde, hatte Psaki geantwortet: „Richtig.“

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