Die Ständige Impfkommission bereitet die Empfehlung für die vierte Corona-Impfung vor. Das hat deren Vorsitzender Thomas Mertens gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe bestätigt. Demnächst soll der Impfstoff von Novavax für Menschen ab 18 Jahren empfohlen werden.

Wie die Regionalzeitungen der Funke Mediengruppe am Donnerstag melden, bestätigte der Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut, Thomas Mertens, die Absicht, demnächst eine zweite Auffrischungsimpfung gegen SARS-CoV-2 empfehlen zu wollen. Die STIKO werde demnächst eine Empfehlung dazu abgeben, so Mertens.

Zur Begründung verwies der Virologe und Hochschullehrer auf Daten aus Israel: 

„Die jüngsten Daten aus Israel legen nahe, dass eine vierte Dosis eine gewisse Verbesserung beim Schutz vor Infektion und eine deutlichere Verbesserung beim Schutz vor schwerer Erkrankung bewirkt.“

Beraten werde über eine zweite Auffrischungsimpfung mit den vorhandenen mRNA-Vakzinen. Zusammen mit den vorgeschriebenen zwei Grundimpfungen werden damit schon vier Impfungen zum Schutz gegen Corona empfohlen. Bei den auf die Omikron-Variante angepassten Impfstoffen müsse dagegen zunächst auf die Daten aus den klinischen Studien von BioNTech/Pfizer und Moderna gewartet werden.

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Ob die Empfehlung einer vierten Dosis sich auf alle Bevölkerungsgruppen oder nur auf besonders Gefährdete beziehen werde, ließ Mertens vorerst offen. 

Ebenfalls am Donnerstag gab die STIKO bekannt, dass sie den proteinbasierten Impfstoff von Novavax für Menschen ab 18 Jahren empfehlen will. Zur Grundimmunisierung sollen zwei Dosen im Abstand von drei Wochen zueinander verabreicht werden. 

Die Empfehlung liege bislang als Entwurf vor, der zur Abstimmung an Fachkreise und die Bundesländer gegangen ist. Änderungen daran sind noch möglich. 

Bei dem Präparat Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax, das seit Ende Dezember in der EU zugelassen ist, handelt es sich – anders als bei den anderen zugelassenen Vakzinen – um einen Proteinimpfstoff mit einem Wirkverstärker. Die STIKO erklärte:

In den Zulassungsstudien zeigte der Impfstoff eine mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbare Wirksamkeit.

Zur klinischen Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante könnten aber noch keine Aussagen getroffen werden.

Das Novavax-Vakzin, das in Deutschland ab dem 21. Februar verfügbar sein soll, könne zu ähnlich ausgeprägten Impfreaktionen führen wie die anderen zugelassenen Vakzine gegen das Coronavirus. Hierzu schreibt die STIKO:

Die Zulassungsstudien ergaben keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen nach Impfung.

Diese Einschätzung beruhe allerdings auf einer noch begrenzten Datenlage. 

Die STIKO wurde im Jahr 1972 beim da­maligen Bundes­gesundheits­amt ein­ge­richtet. Seit 2001 ist sie im Infektionsschutzgesetz verankert. Das RKI bezeichnet die STIKO als ein „unabhängiges Expertengremium“. 

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(dpa/RT)





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