In Argentinien hat der Kokainrausch für mindestens 20 Menschen tödlich geendet. Die Polizei rät Süchtigen, die sich zuletzt die Droge beschafft haben, von deren Konsum dringlich ab. In den Krankenhäusern werden mehr als 70 Opfer behandelt. Ihr Zustand ist besorgniserregend.

Seit Mittwoch sind in Argentinien mindestens 20 Menschen durch den Konsum von gepanschtem Kokain ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen, da mehr als 70 weitere Konsumenten in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Die massenhafte Vergiftung begann in den frühen Morgenstunden des 2. Februar, als dutzende Menschen in der Provinz Buenos Aires mehrere Kliniken aufsuchten.

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Einige Patienten gaben an, unmittelbar davor Kokain konsumiert zu haben. Sie teilten sogar den genauen Ort mit, an dem sie die Droge beschafft hatten – und zwar im Bezirk Partido Tres de Febrero, im Ballungsraum von Buenos Aires. Eines der Opfer hatte eine Tüte mit der Substanz dabei. Diese wurde umgehend für eine Laboranalyse beschlagnahmt.

Wegen der massenhaften Vergiftung leitete die Polizei eine Untersuchung ein. Um die Drogenhändler zur Verantwortung zu ziehen, aber vor allem um den weiteren Verkauf des gepanschten Kokains zu unterbinden. Sergio Berni, der Sicherheitsminister der Provinz, riet den Menschen, die innerhalb der letzten 24 Stunden Kokain gekauft hatten, dringlich davon ab, das Rauschgift zu konsumieren. Dies sei lebensgefährlich. Während einer Razzia in einem Armenviertel vor den Toren der Hauptstadt sagte der Minister: 

„Dem Kokain wurden Substanzen zugesetzt, um mehr Volumen zu schaffen, und manchmal sind diese Substanzen sehr giftig.“

In der entsprechenden Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft der Stadt San Martín im Großraum Buenos Aires war die Rede von einer „höchst toxischen Substanz, die als Kokain vermarktet“ werde. Zu jenem Zeitpunkt gab es noch sieben Tote.      

Etwas später war bereits von 17 Todesopfern und ungefähr 50 Betroffenen in den Krankenhäusern die Rede. Ein Beamter erklärte der Zeitung La Nación, so etwas habe man in Argentinien noch nie gesehen. Das Blatt zitierte informierte Quellen mit den Worten:

„Die Zahl der Patienten nimmt ständig zu. Immer mehr Personen in einem ernsten Gesundheitszustand werden in die Krankenhäuser gebracht. Außerdem gibt es Hinweise, dass Menschen auf der Straße und zu Hause sterben, aber die Zahl ist noch nicht bekannt.“

Die ersten Ermittlungen deuteten darauf hin, dass ein konkurrierender Rauschgifthändler die Drogen vergiftet haben könnte, um den Rivalen aus dem Geschäft zu drängen. Eine zweite Hypothese lautete, dass die Opfer statt Kokain das Opiat Fentanyl konsumiert hatten.

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(rt/dpa)





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