Millionen Ukrainer würden eine Angliederung an Russland mit offenen Armen begrüßen und sich im Falle einer Invasion gerne von der Kontrolle Kiews lösen. Darauf wies ein ehemaliger Offizier der ukrainischen Armee angesichts der Spannungen zwischen Moskau und Kiew hin.

Im Rahmen eines Auftritts beim Internet-Fernsehsender Espreso am Samstag erläuterte der ehemalige ukrainische General und heutige Volksdeputierte Michail Sabrodski seine Meinung darüber, in welchen Teilen der Ukraine der Anteil der Bürger, die eine Abspaltung von Kiew befürworten würden, hoch ist.

Ihm zufolge wartet ein Teil der Ukrainer „auf die russische Armee“ und würde im Falle einer Invasion keinen Widerstand leisten. Er betonte, es bestehe keine Notwendigkeit, die Hauptstadt einzunehmen, da die Moskauer Streitkräfte einen großen Teil des ukrainischen Territoriums unter ihrer Kontrolle haben würden. Sabrodski hob hervor:

„Dies bezieht sich auf den Teil der Bevölkerung, der immer noch von einer Art Noworossija träumt, davon, eine weitere Provinz oder ein Teil des südlichen Föderationskreises Russlands zu werden.“

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Noworossija oder Neurussland ist ein historischer Begriff, der sich auf ein großes Gebiet bezieht, das früher Teil des russischen Reiches war und heute unter der Kontrolle Kiews steht.

Laut Sabrodski gehören dazu Charkow, Dnjepr, Cherson und Odessa. Er vertritt die Ansicht, dass Russland nach der Eroberung dieser Gebiete in der Lage wäre, Kräfte an die Macht zu bringen, die sich dem Willen Moskaus fügen würden. Der ehemalige Kommandeur fügte hinzu:

„Auf diese Weise würden alle Ziele des 2014 begonnenen hybriden Feldzugs erreicht.“

Seine Äußerungen erfolgen zu einer Zeit, in der sich die Lage an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine weiter zuspitzt. Westliche Politiker und Medien verbreiten Panik wegen einer angeblich bevorstehenden russischen Invasion. Der Kreml bestreitet jedoch wiederholt, dass er Angriffspläne hegt.

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Im Anschluss an ein diplomatisches Treffen mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow in Genf erklärte US-Außenminister Antony Blinken, Washington habe angesichts „der Fakten und der Geschichte“ Bedenken hinsichtlich einer möglichen Invasion Russlands in die Ukraine. Hierbei bezog er sich auf Wiedervereinigung der Krim mit Russland im Jahr 2014, nachdem die überwiegende Mehrheit der Menschen auf der Halbinsel sich in einem Referendum dafür ausgesprochen hatte. Die Wiedervereinigung selbst war eine Folge des Kiewer Maidan, bei dem gewalttätige Straßenproteste die demokratisch gewählte Regierung in Kiew gestürzt hatten.

Die Ukraine erkennt das Referendum auf der Krim nicht an und betrachtet die Halbinsel weiterhin als Teil des seines Territoriums. Bereits zuvor wurde Russland beschuldigt, seine historischen Gebiete zurückerobern zu wollen.

Im Jahr 2014 sagte der russische Präsident Wladimir Putin diesbezüglich:

„Ich möchte Sie daran erinnern, dass das, was in der Zarenzeit Noworossija genannt wurde – Charkow, Lugansk, Donezk, Cherson, Nikolajew und Odessa – nicht Teil der Ukraine war.“

„Diese Gebiete wurden der Ukraine in den 1920er-Jahren von der Sowjetregierung geschenkt. Und warum? Gott weiß warum. Russland hat diese Gebiete aus verschiedenen Gründen verloren, aber die Menschen sind geblieben.“

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