Experten in den USA schlagen angesichts einer Diabetes-Epidemie Alarm und fordern die Politik auf zu handeln. In den letzten zwei Jahren starben je 100.000 Menschen an einer Diabetes-Erkrankung, deren Tod hätte verhindert werden können. Auch die Zahl der Amputationen nahm im letzten Jahr zu. Dies berichtet das Magazin „RT DE“.

Weiter berichtet RT DE: „Mehr als elf Prozent der US-Amerikaner sind an Diabetes erkrankt.
Dies sind rund 37 Millionen US-Bürger. Besonders bei einkommensschwachen
und Afro-Amerikanern sind die Diabetes-Erkrankungen hoch. Die Pandemie
verstärkt das Problem einer der teuersten Krankheiten in den USA. 

Diabetes
ist damit zu einer Epidemie, einem gesellschaftlichen Problem geworden.
Bessere Ernährung, bezahlter Mutterschaftsurlaub, Erhebung von Steuern
auf zuckerhaltige Getränke und Ausweitung des Zugangs zu erschwinglichem
Wohnraum – all dies sind Forderungen einer Experten-Kommission in den
USA gegen die Epidemie. Im Bericht der Kommission heißt es:

„Diabetes
in den USA kann nicht nur als medizinisches oder gesundheitspolitisches
Problem betrachtet werden, sondern muss auch als gesellschaftliches
Problem angegangen werden, das viele Sektoren wie Ernährung, Wohnen,
Handel, Verkehr und Umwelt betrifft.“

Die Politik sollte sich ihrer Ansicht nach nicht nur auf medizinische
Maßnahmen konzentrieren. Die Kommission schlägt vor, ein Büro für eine
nationale Diabetespolitik einzurichten, ähnlich wie im Kampf gegen
Aids. 

Das politische Versagen in diesem Bereich ist nicht
neu. Bereits im Jahr 2019 lag die Zahl der Diabetes-Toten bei 87.000. In
den Jahren 2020 und 2021 waren es über 100.000 Todesopfer. Zu diesem
Ergebnis kommt eine Reuters-Studie
auf Basis von Daten des Centers for Disease Control and Prevention
(CDC). Zudem ist das Risiko von Diabetes-Patienten, einer
Coronavirus-Infektion zu erliegen, zweimal höher.

Teuerste Krankheit in den USA

Das
Gremium fordert, die Betroffenen finanziell zu entlasten, indem
Behandlungen kostenfrei werden, kontinuierliche Blutzuckermessgeräte und
Diabetesmedikamente kostenlos ausgegeben und Schulden für
Diabetesbehandlungen erlassen werden. 

Denn Diabetes ist auch zur teuersten Krankheit
in den USA geworden. Jährlich verursacht diese Kosten in Höhe von
293 Milliarden Euro. Auch die Kosten für das überlebensnotwendige
Insulin sind in den letzten Jahren weiter angestiegen. Zwischen 2002 und
2013 hat sich der Preis verdreifacht. Zwischen 2012 und 2016
verdoppelt. Kostete eine Ampulle Humalog-Insulin im Jahr 1996 noch 21
US-Dollar, sind es heute rund 324 US-Dollar. Anlass für
manche Betroffene mit finanziellen Problemen, sich der Todesgefahr
auszusetzen, das Insulin zu rationieren.

Die Corona-Pandemie
erschwerte die Versorgung der Patienten durch die politischen
Restriktionen und die finanziellen Schwierigkeiten der Betroffenen. Das
Illinois-Universitätsklinikum in Chicago gab bekannt, dass im letzten
Jahr die Zahl der Amputationen um 42 Prozent
gestiegen sei. Angesichts des derzeitigen Trends werden ein von drei
US-Amerikanern die Krankheit in ihrem Leben entwickeln. Dr. Paul Hsu,
Epidemiologe an der Fielding School of Public Health der UCLA: 

„Die
hohe Zahl der Diabetes-Todesfälle im zweiten Jahr in Folge ist
sicherlich ein Grund zur Sorge. Typ-2-Diabetes selbst ist relativ
vermeidbar. Daher ist es umso tragischer, dass es so viele Todesfälle
gibt.“

Quelle: RT DE





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