Auffällig ist die massive Antipathie gegenüber Annalena Baerbock bei den Wählern der FDP (41 Prozent).

Karl Lauterbach dagegen wird von AfD-Wählern deutlich häufiger genannt als von Wählern der anderen Parteien (23 Prozent gegenüber 3 bis zehn Prozent).

Alice Weidel wird von Grünen-Wählern deutlich häufiger genannt als von Wählern der anderen Parteien (24 Prozent) und von AfD-Wählern am seltensten (3 Prozent).

Olaf Scholz wird von Unions- und AfD-Wählern häufiger (13 bzw. 15 Prozent) und von Linken-Wählern am seltensten genannt (zwei Prozent). Dass die Antipathie bei der Linken ihm gegenüber geringer ist als bei der eigenen Partei, ist ein bemerkenswertes Ergebnis.

Angela Merkel wird von Wählern der AfD häufiger am wenigsten gemocht als von den anderen Wählergruppen (13 Prozent).

Friedrich Merz ist bei den Wählern der Grünen und der Linken besonders häufig der unbeliebteste Politiker (15 bzw. 16 Prozent).

Bei Jens Spahn zeigen sich kaum Unterschiede zwischen den verschiedenen Wählergruppen.

Armin Laschet kommt bei SPD-Wählern am schlechtesten weg (8 Prozent), Alexander Gauland bei Grünen-Wählern (8 Prozent), Christian Lindner (9 Prozent) und Markus Söder (8 Prozent) bei Wählern der Linken und bei Wolfgang Kubicki, Robert Habeck und Sahra Wagenknecht zeigen sich wiederum keine großen Unterschiede zwischen den Wählergruppen.

Eine Betrachtung von Baerbock, Lauterbach, Scholz und Co. anhand solcher Zahlen erzeugt ein völlig anderes Stimmungsbild als bei den üblichen Umfragen. Deshalb ist es so gefährlich, dass Umfragen in Deutschland so massiv zum Framing benutzt werden. Dies soll hier explizit nicht geschehen. Weswegen nochmals darauf aufmerksam gemacht sei, dass die Aussage „Baerbock und Lauterbach sind Deutschlands unbeliebteste Politiker“ auf der einen Seite völlig korrekt ist. Aber andererseits ist sie eben auch irreführend. Genauso wie aber eben auch die umgekehrte Feststellung anhand anderer Umfrage-Fragen nur eine sehr begrenzte Aussagekraft hat. Dies zu verdeutlichen war die Intention und der Sinn meiner Umfrage: Zu zeigen, mit welcher Vorsicht man Umfragen behandeln muss. Und wie leicht sie missbraucht und instrumentalisiert werden können.

Wetten, dass die großen Medien, die sonst jede repräsentative Umfrage, die ihnen ins Framing passt, in Dauerschleife wiederholen, auch diese Umfrage wieder totschweigen? Womit vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender beweisen, dass sie auf ihren Auftrag aus dem Rundfunkstaatsvertrag – umfassend und ausgewogen zu berichten – schlicht pfeifen? Aber wenigstens entlarven sie sich so selbst.



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