Bei einer Reihe von Bombenanschlägen in Schweden in den letzten Jahren kamen immer wieder mit explosiven Substanzen gefüllte Thermoskannen zum Einsatz. Zwei Männer stehen wegen der „Vorbereitung einer allgemeinen Vernichtungstat“
vor Gericht. Es besteht der Verdacht des Handels mit über 170 Bomben.

Heute beginnt der Prozess vor dem schwedischen Bezirksgericht Hässleholm, bei dem zwei Männer vor Gericht stehen. Der Prozess könnte Klärung darüber bringen, woher der Trend der Thermosbomben herrührt. Seit zwei Jahren werden diese immer wieder bei Tatorten im Land sichergestellt.  

Die beiden Angeklagten im Alter von 49 und 24 Jahren kommen aus dem nördlichen Skåne. Die Anklage lautet: „Verdacht der Vorbereitung einer allgemeinen Vernichtung und des schweren Verstoßes gegen das Gesetz über brennbare und explosive Güter“. Die beiden Männer bestreiten die Vorwürfe. 

In einer Nachricht, die der 49-Jährige an den 24 Jahre alten Mann schrieb, heißt es: 

„Wir nehmen keine 1.000, auch wenn du 100 nimmst.“ 

Es gab wohl einen Mengenrabatt für die Explosivmittel. Nach Aussagen eines Zeugen sollen Banden in Malmö Käufer gewesen sein. 

Schweden: Verbannung von Straftätern aus Geschäften, Bibliotheken und Bädern

Ulla Karlbrink, Kammerstaatsanwältin bei der Landeseinheit gegen internationale und organisierte Kriminalität, sagte gegenüber den schwedischen TT-Nachrichten, im Jahr 2019 sollen die beiden Männer mindestens 24 Kilo Schwarzpulver, 172 Thermosflaschen und 190 Meter Draht erworben und daraus Thermosbomben gebastelt haben: 

„Was ich strafrechtlich sagen kann, ist dass die beiden Männer Bomben gebaut haben. Diese wurden dann möglicherweise an andere weitergegeben.“ 

Gerade in Skåne jedoch gab es viele dieser Thermosbomben-Explosionen. Im Sommer 2020 fand man zehn grüne Thermosbomben im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Stadt Borås. Bei drei von ihnen fand sich die DNA des 49-Jährigen an einer der Zündkerzen. 

Zwei ähnliche grüne Thermoskannen kamen 2019 bei einer Explosion am Eingang des Zeitungsbüros Borås Tidning zum Einsatz. An einer nicht explodierten Thermoskanne konnte zwar keine DNA der Verdächtigen gefunden werden, aber die Bomben waren genauso vorbereitet, wie jene, die in Borås entdeckt worden waren. Die DNA des 49-Jährigen wurde jedoch auf dem Stumpf einer nicht detonierten silberfarbenen Thermoskannenbombe in Malmö gefunden, wo zwei dieser Bomben im Oktober 2019 explodierten. Das Anschlagsziel war damals eine Autowerkstatt. 

Bei einer Hausdurchsuchung im Unternehmen des älteren Verdächtigen wurden nur fünf Thermoskannen sichergestellt. Dieser gab gegenüber der Polizei an, diese bei Filmaufnahmen benutzt zu haben. Auch sollen die gefundenen zehn Kilo Schwarzpulver und Drähte für eine Filmproduktion benötigt worden sein. 

Mehr zum Thema Keine Spur von abgelehnten Asylbewerbern: Schwedische Behörden suchen mehr als 10.000 Personen





Source link