Washington hat beschlossen, weitere russische Diplomaten auszuweisen. Bis Ende Januar müssen 27 Mitarbeiter der russischen Delegation die USA verlassen. Bis Ende Juni sollen 28 weitere folgen. Das verkündete die russische Botschaft in Washington in einer Erklärung.

Der russische Botschafter in den USA Anatoli Antonow hat mitgeteilt, dass 27 Mitarbeiter der russischen diplomatischen Vertretung bis zum 30. Januar und weitere 28 bis Ende Juni dieses Jahres das Land verlassen müssen. In einem Kommentar, der auf dem Facebook-Account der russischen Botschaft veröffentlicht wurde, erklärt der Gesandte:

„Im September letzten Jahres übergaben uns die US-Amerikaner eine Liste mit 55 Mitarbeitern russischer bilateraler diplomatischer Vertretungen, die die USA in zwei Etappen bis 2022 verlassen sollen. Siebenundzwanzig Mitarbeiter sollen bis zum 30. Januar und weitere 28 bis zum 30. Juni dieses Jahres gehen. Bislang sind bereits 23 Mitarbeiter der ersten Gruppe abgereist, vier weitere kehren am 29. Januar in die Heimat zurück.“

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Nach Angaben des Leiters der russischen diplomatischen Vertretung verbleiben nach der Ausweisung 184 Mitarbeiter in der russischen Botschaft in den Vereinigten Staaten, darunter sowohl Diplomaten als auch Verwaltungs- und technisches Personal.

Zuvor hatte der Botschafter erklärt, dass die USA die ausgewiesenen Personen nicht zu Personae non gratae erklären wollen. Washington habe aber betont, dass die Botschaftsmitarbeiter ihre diplomatische Immunität verlieren und verhaftet werden können, wenn sie nicht rechtzeitig ausreisten.

Antonow wies darauf hin, dass sich Moskau in dieser Situation das Recht auf Vergeltung vorbehält und unter allen Umständen nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit zu handeln gedenkt. Der hochrangige russische Diplomat betonte:

„Die russische Seite ist für die Schaffung normaler Lebensbedingungen für Diplomaten in den USA und Russland. Unser Vorschlag zur Aufhebung aller Beschränkungen, auch im Bereich der Visapolitik, bleibt in Kraft.“

In den vier Jahren seiner Tätigkeit als Botschafter mussten laut Antonow insgesamt 300 Personen die USA verlassen, darunter Diplomaten und ihre Familien. Er sehe keine Anzeichen dafür, dass sich dieser negative Trend in naher Zukunft ändern könnte. Die Vereinigten Staaten haben sich zu den jüngsten Äußerungen des russischen Botschafters noch nicht geäußert.

Sowohl die russische Botschaft in Washington als auch die US-amerikanische Botschaft in Moskau leiden derzeit unter Personalknappheit. In den vergangenen Jahren haben die diplomatischen Vertretungen ihre Dienste mehrfach eingeschränkt. So zum Beispiel mit der Entscheidung der USA, keine Visaanträge mehr in Russland zu bearbeiten.

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