Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Russland und dem Westen werden die USA nach Angaben von Präsident Joe Biden bald zusätzliche US-Truppen in die osteuropäischen NATO-Staaten verlegen. In Europa sind ohnehin schon regulär Zehntausende US-Soldaten stationiert.

US-Präsident Joe Biden hat am Freitagabend angekündigt, die USA würden bald zusätzliche US-Truppen in die osteuropäischen NATO-Staaten verlegen. Es gehe dabei um „nicht zu viele“ Soldaten, schränkte Biden während einer Presserunde in Washington ein. Er machte keine genaueren Angaben dazu, um wie viele Soldaten es sich handeln könnte und wohin genau sie wann verlegt werden könnten.

Auf Bidens Anordnung hin waren am 24. Januar 8.500 Soldaten in den USA in erhöhte Bereitschaft versetzt worden, um bei Bedarf eine schnelle Verlegung zu ermöglichen. Der US-Präsident betonte in diesem Zusammenhang, es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um Sorgen der osteuropäischen NATO-Mitglieder zu begegnen. Es würden keine US-Soldaten in die Ukraine geschickt.

Putin im Gespräch mit Macron: NATO und USA berücksichtigen Russlands Besorgnisse nicht

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hatte seinerseits am Freitag erklärt, es gebe bislang keinen Befehl zur Verlegung der Soldaten. Sie stünden in den USA bereit, seien von der NATO aber bislang noch nicht angefordert worden. Obwohl die Ukraine kein NATO-Staat ist, warnte Austin erneut Russland vor Gegenmaßnahmen im Fall eines Angriffs und betonte, dass eine Attacke auf ein NATO-Land eine Attacke auf alle NATO-Länder wäre. Dem Pentagon-Chef zufolge wolle Biden jedoch keine US-Truppen für Kampfhandlungen in die Ukraine schicken.

In Europa sind regulär auch außerhalb von Krisenzeiten Zehntausende US-Soldaten stationiert, darunter rund 35.000 in Deutschland. Die USA und die NATO werfen Russland seit Monaten vor, einen Überfall auf die Ukraine zu planen. Russland weist dies täglich zurück. Seinerseits fordert Moskau von Washington und dem westlichen Militärbündnis schriftliche Garantien, dass sich die NATO nicht mehr nach Osten erweitern wird.

Mehr zum ThemaWiens Chefdiplomatin a.D. Kneissl spricht von machtloser russophober „Kriegseuphorie“ des Westens

(rt/dpa)





Source link