Die von den US-Besatzern unterstützten kurdischen Kräfte in Nordostsyrien sollen nach fast einer Woche heftiger Gefechte mit IS-Kämpfern die Kontrolle über das Gefängnis in Hasaka zurückgewonnen haben. Der IS hatte letzte Woche einen Angriff auf das Al Sina-Gefängnis gestartet, wo tausende IS-Anhänger festgehalten werden. Den Angriff auf das Gefängnis werten Experten als Machtdemonstration der Terrorgruppe.

Die von den US-Besatzern unterstützten kurdisch geführten Kräfte in Nordostsyrien sollen nach fast einer Woche heftiger Gefechte mit IS-Kämpfern die Kontrolle über das Gefängnis in Hasaka zurückgewonnen haben. Die SDF erklärten am Mittwochnachmittag, die Haftanstalt sei wieder unter ihrer vollständigen Kontrolle. Alle Terroristen dort hätten sich ergeben.

Letzte Woche am Donnerstagabend hatte der IS einen Angriff auf das Al Sina-Gefängnis gestartet. Dort werden tausende Extremisten festgehalten. Selbstmordattentäter sprengten die Tore auf und die IS-Kämpfer übernahmen Berichten zufolge anschließend die Kontrolle über etwa ein Viertel der Haftanstalt. Die Lage um das Gefängnis hatte sich zu tagelangen Feuergefechten ausgeweitet. Dabei waren die US-Besatzungstruppen in Nordsyrien den überforderten Milizen der sogenannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) mit Schützenpanzern und Luftschlägen zu Hilfe geeilt. 

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Die schweren Gefechte führten zum größten US-Kampfeinsatz in Syrien seit Jahren. US-Beamte erklärten, 100 bis 200 US-Soldaten seien Teil der Operation gewesen. Das berichtete das Wall Street Journal am Mittwoch. Die IS-Kämpfer hatten den Stadtteil, in dem das Gefängnis liegt, zunächst infiltriert, bevor sie ihren Angriff starteten.

Eine endgültige Zahl der Todesopfer steht weiterhin aus. Auch das Schicksal von mehreren hundert in dem Gefängnis festgehaltenen Jungen ist weiterhin unbekannt. Zumindest einige der Burschen waren  nach Angaben kurdischer Beamten während der Feuergefechte von IS-Häftlingen als Geiseln genommen worden. Hunderte von Minderjährigen werden in Hasaka festgehalten. Viele von ihnen stammen aus dem Ausland.

Laut SDF-Sprecher Farhad Shami sollen etwa 30 kurdische Kämpfer bei den Feuergefechten mit dem IS getötet worden sein. Unklar blieb am Mittwoch auch, wie viele IS-Gefangene entkommen sein könnten. Der Islamische Staat gab zunächst an, 800 Häftlinge befreit zu haben.

In der Haftanstalt in Hasaka sind Islamisten aus mehr als 50 Nationen inhaftiert. Die im Nordosten illegal regierende SDF hatte immer wieder an die internationale Gemeinschaft appelliert, eigene Staatsbürger zurückzunehmen. Ob deutsche IS-Kämpfer bei Angriffen in Hasaka auf freien Fuß gelangten, ist noch nicht bekannt. Mehr als 1.000 Gefangene wurden nach SDF-Angaben bereits in andere Haftanstalten verlegt. Mit mehreren Bussen habe man einen Teil der Dschihadisten in das Gefängnis Shadadi gebracht. Dieses liegt tiefer in den von den Kurden besetzten syrischen Gebieten.

US-Besatzer in Nordsyrien sichern kurdischen Kräften Unterstützung zu

Das Pentagon setzt seine Operationen in Syrien und im Irak trotz der angekündigten Abzugspläne fort. Etwa 900 US-Soldaten sind weiterhin illegal in Syrien stationiert, ohne jemals ein Mandat von der syrischen Regierung eingeholt zu haben. In den Internierungslagern in Hasaka, wo die sogenannten IS-Familien festgehalten werden, bestehen auch Sicherheitsrisiken: insbesondere das Camp in Al-Hol, in dem etwa 62.000 Personen unter erbärmlichen Bedingungen leben, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Das Flüchtlingslager in Hasaka ist faktisch ein provisorisches Gefängnis, das von den SDF als dortiger Partner der USA betrieben wird.

Die Angriffe in Syrien und Irak wecken beunruhigende Erinnerungen. Die sogenannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), die den syrischen Nordosten mit Unterstützung der US-Armee besetzt haben, werden von kurdischen Milizen dominiert. Sie sind dem Führer der kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, treu ergeben sind. Wo die kurdischen Milizen in Nordsyrien „regieren“, herrscht vielerorts Korruption und die syrischstämmigen Araber werden dort häufig diskriminiert.

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