Das katalanische Parlament hat mehr als 700 Frauen posthum begnadigt, die in der Frühen Neuzeit wegen Hexerei verfolgt und hingerichtet worden waren. Die Abgeordneten sprachen sich auch dafür aus, die Straßen in der Region zu Ehren der Opfer umzubenennen.

Die Abgeordneten des Regionalparlaments von Katalonien haben mit großer Mehrheit eine Entschließung zur Rehabilitierung von mehreren Hundert Frauen verabschiedet, die im Laufe großer Hexenjagden zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert verurteilt, gefoltert und hingerichtet worden waren. Das Dokument ordnet an, mehr als 700 Frauen als „Opfer einer frauenfeindlichen Verfolgung“ posthum zu begnadigen. Die Parlamentarier setzten sich außerdem dafür ein, die Namen einiger Begnadigten durch die Umbenennung der Straßen in katalanischen Städten zu verewigen.

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Der Abstimmung ging die Publikation eines Manifests mit dem Titel „Sie waren keine Hexen, sie waren Frauen“ voraus. Es wurde von insgesamt 12.500 Menschen, darunter rund 100 Historikern, unterzeichnet.

Katalonien gilt als eine der ersten europäischen Regionen, in denen ab dem Jahr 1471 Gesetze zur Bekämpfung der Hexerei erlassen wurden. In der Regel wurden Menschen im Zusammenhang mit etwaigen Krisen wie Missernten, Naturkatastrophen oder plötzlichen Toden von Kindern der Hexerei beschuldigt. Europaweit wurden zwischen den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts bis zum Jahr 1650 schätzungsweise bis zu 500.000 Menschen wegen Hexerei hingerichtet, wobei etwa 80 Prozent der Verurteilten Frauen waren.

Die spanische Region Navarra hatte sich zuvor ebenfalls um Wiedergutmachung für ihre historische Hexenverfolgung bemüht. Ähnliche Initiativen wurden früher auch in anderen europäischen Ländern, darunter Norwegen und der Schweiz, ergriffen. Ein Gesetz zur posthumen Begnadigung von Opfern der Hexenjagden wird im Sommer auch in Schottland erwartet.

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