Das Urgestein der Politikwissenschaft an der TU Dresden kritisiert, dass der Werteunion-Vorsitzende Max Otte mit seiner durch die AfD vorgeschlagenen Kandidatur als Bundespräsident den konservativen, der CDU nahe stehenden Kreis um „innerparteiliche Gestaltungsmöglichkeiten“ beraube. Das stößt nicht nur auf Begeisterung. Dies berichtet das Magazin „RT DE“.

Weiter berichtet RT DE: „Die durch die AfD vorgeschlagene Kandidatur des Ökonomen und
Werteunion-Vorsitzenden Max Otte schlägt weiter hohe Wellen. Mit einem
Statement bei Facebook trat
am Dienstag der Dresdner Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt aus
der Werteunion aus. In einer Mail an den Bundesvorstand der Gruppierung
schrieb er:

„Zwar ist eine solche Nominierung
grundsätzlich eine große Ehre. Sie ist es aber nicht unter allen
Umständen. Sie ist das nicht, wenn die Nominierung nur den Sinn hat, die
politische Heimat des Nominierten zu schädigen. Und sie ist schon gar
keine Ehre, wenn man erkennbar bloß als politische Schachfigur benutzt
wird – und das auch noch entlang von Spielzügen, die der eigenen Partei
in keiner Weise nützen können.“

Die hier angedeutete Profilierung der AfD auf Kosten der CDU und
damit auch der Werteunion könne Patzelt nicht akzeptieren. Dabei stünden
doch gerade jetzt die Vorzeichen günstig, um einen politischen
Neuanfang in der CDU in Gang zu setzen. Patzelt erklärte dazu:

„Dabei
bieten sich gerade jetzt Chancen auf eine gewisse Programm- oder
Kurskorrektur der CDU. Genau zur Herbeiführung und Nutzung einer solchen
Chance wurde einst die WerteUnion gegründet. Doch nun fühlen sich alle
jene in ihrem Urteil bestärkt, welche die WerteUnion ohnehin nur als
Hilfstruppe der AfD ausgegeben haben.“ 

Daher
sehe er keine andere Wahl als die Werteunion zu verlassen, zumal all
seine internen Vorschläge zur weiteren Zukunft der Gruppierung offenbar
keine Berücksichtigung fanden :

„Einer WerteUnion,
die man nicht mehr gegen solche Zuschreibungen verteidigen kann, und
die von ihrem Vorsitzenden um alle innerparteilichen
Gestaltungsmöglichkeiten gebracht worden ist, will ich nicht mehr
angehören.“

Final bedauerte er diesen Schritt ausdrücklich, im Bewusstsein damit
manchen in dem Kreis „persönlich“ zu „verletzten“. Doch gleichzeitig
stehe er der CDU, „unserer gemeinsamen Partei, weiterhin gern zur
Verfügung.“

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck kommentierte den Eintrag Patzelts mit den Worten:

„‚Wasch
mich, aber mach mich nicht nass.‘ Der Umgang mit der Kandidatur Ottes
beweist, dass es aus den Reihen der CDU keine konservative Erneuerung
geben wird. Otte kandidiert nicht gegen einen CDU-Kandidaten, sondern
einen SPD-Kandidaten. Zu Erinnerung: Die CDU steht in Opposition zur
SPD.“

Vereinzelt gab es auch Zuspruch zu Patzelts Austritt aus der Werteunion. Das CDU-Mitglied Axel Zimmermann schrieb:

„Sehr
richtig, Prof. Dr. Patzelt. Für ihre klare Haltung und ihren Austritt
aus der WerteUnion als Konsequenz dieses Desasters gebührt Ihnen
absoluter Respekt.“

Quelle: RT DE



Source link