Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat El Salvador aufgefordert, der Digitalwährung Bitcoin den Status als gesetzliches Zahlungsmittel wieder zu entziehen. Mit Bitcoin seien große Risiken verbunden, so die Organisation. Präsident Nayib Bukele reagierte amüsiert.

Als erstes Land der Welt hatte der mittelamerikanische Staat der Kryptowährung im September 2021 den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels verliehen. Nun forderte der IWF El Salvador dazu auf, dies wieder rückgängig zu machen. In einer Mitteilung vom 25. Januar betonte der IWF-Vorstand, die Verwendung von Bitcoin berge große Risiken – für die Finanzstabilität, die finanzielle Integrität und den Verbraucherschutz, sowie die damit verbundenen steuerlichen Eventualverbindlichkeiten.

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Mit digitalen Zahlungsformen, wie der in dem mittelamerikanischen Land eingeführten E-Geldbörse Chivo, könnte zwar die finanzielle Inklusion gefördert werden, hieß es. Das neue wirtschaftliche Umfeld um Chivo und Bitcoin müsse aber streng reguliert und überwacht werden. Anlass waren Gespräche zur wirtschaftlichen Lage im Land. Diese führt die in Washington ansässige UN-Sonderorganisation regelmäßig mit den Mitgliedsstaaten. El Salvador verhandelt seit einiger Zeit mit dem IWF über ein Kreditpaket in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar (rund 1,15 Milliarden Euro).

Nach El Salvadors Bitcoin-Gesetz muss jeder Händler, der technisch dazu in der Lage ist, die Kryptowährung annehmen. Auch Steuern können damit bezahlt werden. Staatspräsident Nayib Bukele kündigte im November zudem den Bau einer „Bitcoin-City“ an.

Bukele scheint die Warnungen des IWF indes nicht wirklich ernst zu nehmen. In einem Twitter-Post am Dienstag, stellte er die Organisation spöttisch als die ikonische Witzfigur Homer Simpson aus „Die Simpsons“ dar, der um Aufmerksamkeit heischend auf den Händen geht. Bukele schrieb dazu:

„Ich sehe dich, IWF. Das ist sehr schön.“

Am Sonntag hatte Bukele scherzhaft sein Twitter-Profilbild durch ein Bild von sich selbst in McDonald’s-Uniform ersetzt. Zuvor war der Bitcoin auf dem niedrigsten Stand seit Juli gehandelt worden, wobei El Salvador einen geschätzten Verlust von 20 Millionen US-Dollar verursacht hatte.

Bitcoin ist die bekannteste Digitalwährung. Sie wird nicht von einer Zentralbank kontrolliert, sondern durch ein dezentrales, energieintensives Computerverfahren geschaffen. Bitcoin gilt als Spekulationsobjekt und ist heftigen Kursschwankungen unterworfen.

Der Preis eines Bitcoins lag am Dienstag bei knapp 37.000 US-Dollar. Im November hatte er hingegen noch einen Höchststand von rund 68.000 US-Dollar erreicht. Nach Schätzungen aufgrund der Angaben Bukeles auf Twitter hat El Salvador inzwischen etwa 1.800 Bitcoins gekauft.

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