Das am Mittwoch in Beirut unterzeichnete Abkommen gegen die Energieknappheit im Libanon wird zugleich auch die Lieferung von ägyptischem Gas in den Norden Libanons über eine durch Jordanien und Syrien führende Pipeline betreffen.

Hierfür aber wartet Ägypten noch auf verbindliche Zusagen, dass keine US-Sanktionen drohen.

Libanon habe bereits aus Washington, D.C. die Zusicherung, dass US-Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus in Bezug auf die Energielieferungen von Jordanien über Syrien in den Libanon nicht zur Anwendung kommen sollen.

Das Abkommen wird jedoch erst dann in Kraft treten, wenn sämtliche Finanzierungsvereinbarungen durch die Weltbank geklärt sind. Dies werde etwa zwei Monate dauern. Bei der Unterzeichnungszeremonie war auch der syrische Elektrizitätsminister anwesend, Ghassan al-Zamil.

Er erklärte, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad angeordnet habe, alles Notwendige zu unternehmen, damit der Strom von Jordanien über Syrien in den Libanon gelangt: 

„Präsident Assad ist sehr daran interessiert, die Umsetzung dieses Projekts zu gewährleisten, das den Weg für eine verstärkte arabische Zusammenarbeit in naher Zukunft ebnen würde.“

Die syrische Seite erhielt Lob von der libanesischen Regierung für die schnelle Abwicklung der technischen Arbeiten, die nur zwei Monate statt der erwarteten sechs Monate benötigten. 

Der libanesische Energieminister Walid Fayyad sieht das Abkommen als einen kleinen Fortschritt, denn mit der Lieferung werden täglich nur zwei volle Stunden Stromversorgung gesichert: 

„Es ist ein bescheidenes Geschäft, aber von großer Bedeutung für die libanesische Bevölkerung, die heute jede Stunde zusätzlichen Stroms benötigt.“

Die libanesische Beraterin für Energiepolitik und Wissenschaftlerin am Institut für den Nahen Osten, Jessica Obeid, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die jordanische Elektroenergie und das ägyptische Gas könnten bis zu sechs Stunden Stromversorgung entsprechen.

Dies sei angesichts der Krise im Energiesektor, welche sich in eine humanitäre Krise gewandelt hätte, dringend notwendig. Allerdings würden hiermit nicht die grundlegenden Probleme beseitigt werden. 

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