Der Film „Convenience Store 24“ des russischen Regisseurs Michail Borodin erzählt von moderner Sklaverei und dem Schicksal von Migranten in Russland. Das Werk steht auf dem Programm „Panorama“ der 72. Berliner Internationalen Filmfestspiele. Es beruht auf wahren Begebenheiten.

Bei der Berlinale 2022, die vom 10. bis zum 20. Februar stattfindet, wird der Debütfilm „Convenience Store 24“ des russischen Regisseurs Michail Borodin präsentiert. Das Werk erzählt die Geschichte der sogenannten „Sklaven von Goljanowo“ und bringt den Zuschauern das Schicksal von Migranten in Russland nahe. In dem Film sind hauptsächlich Laiendarsteller aus Zentralasien zu sehen. Überdies war eine der Darstellerinnen, Bakija Kasimowa, selbst in die Ereignisse verwickelt, die dem Werk zugrunde liegen. Michail Borodin betonte:

Mit diesem Film sprechen wir ein sehr wichtiges Thema in der heutigen Welt an. Ein Thema, über das nicht oft laut gesprochen wird: das Thema der Sklaverei.“

Der Film basiert auf wahren Begebenheiten im Falle der sogenannten „Goljanowo-Sklaven“. Mit Hilfe von Journalisten hatten Aktivisten der Bewegung gegen moderne Sklaverei, der „Alternative“ und der NGO „Bürgerunterstützung“ im Jahr 2012 zwölf Menschen aus dem Hinterzimmer eines Lebensmittelgeschäftes im Moskauer Verwaltungsbezirk Goljanowo befreit. Bei den Befreiten handelte es sich um neun Frauen und drei Männer aus Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan.

Es stellte sich heraus, dass viele der Frauen, die in dem Laden arbeiteten, mehr als ein Jahrzehnt lang versklavt, misshandelt und sexuell missbraucht worden waren. Nach den Ermittlungen kam die Moskauer Staatsanwaltschaft jedoch zu dem Schluss, dass es sich in diesem grauenvollen Fall um keinen Straftatbestand handele. Anschließend reichten die ehemaligen Sklaven eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ein. Diese wird weiterhin vonseiten des Gerichtshofs geprüft.

Unterdessen glaubt der Regisseur des Werkes, dass sich die Entscheidung des EGMR definitiv auf das Schicksal bestimmter Menschen auswirken werde. Damit sei die Geschichte aber noch nicht zu Ende, denn der Laden sei immer noch in Betrieb, so Borodin. Der Regisseur hofft, dass die „Unterstützung Berlins“ dazu beitragen wird, den Fall bekannt zu machen.

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