Chinesische Forscher haben sich mit möglichen Zusammenhängen zwischen Alkoholkonsum und COVID-19-Erkrankungen befasst und kamen zu verblüffenden Ergebnissen. Welcher Alkohol konsumiert wird, sei wichtiger als wieviel davon – und Männer hätten mehr davon als Frauen.

Ein Gruppe chinesischer Wissenschaftler hat den Zusammenhang zwischen dem Konsum verschiedener alkoholischer Getränke und den Risiken, die mit COVID-19 verbunden sind, untersucht. Sie stießen dabei auf erfreuliche Neuigkeiten für Weinliebhaber, aber Enttäuschendes für Biertrinker.

Die Forscher aus der Kangning-Klinik in Schenzhen sowie einer weiteren Einrichtung, der Südwestklinik in Chongqing, untersuchten 473.957 Fälle aus der britischen Biodatenbank mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren, darunter 16.559 positiv auf COVID-19 getestete Probanden. Sie teilten diese nach deren Status hinsichtlich des Alkoholkonsums (trinkt nicht, trank früher, trinkt jetzt) und nach der Häufigkeit des Alkoholkonsums (seltener als drei Mal die Woche, öfter als drei Mal die Woche, nie) in Gruppen ein.

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Die in Großbritannien geltenden Empfehlungen, nach denen weniger als 14 Einheiten Alkohol pro Woche konsumiert werden sollen, wobei ein kleines Glas Wein 1,5 Einheiten darstellt, ein Pint Ale oder Lagerbier zwei Einheiten, wurden von den chinesischen Wissenschaftlern als Bezugsgröße übernommen.

Die Forscher schlossen, dass „Rotwein, Weißwein und Champagner womöglich das Risiko von COVID-19 verringern können“.

Während sie unterstrichen, dass es keine Kategorie alkoholischer Getränke gebe, die in Mengen genossen gesund seien, führten die Wissenschaftler aber aus, dass „der Konsum von Rotwein über der Empfehlung bis zum Doppelten der Empfehlung“, dass „gelegentlicher Konsum von Likörweinen (z.B. Sherry, Portwein oder Marsala), ein bis zwei Gläser pro Woche innerhalb der Empfehlung“ sowie „häufiger Konsum von Weißwein und Champagner über den Empfehlungen“ eine Schutzwirkung gegen COVID-19 zu entfalten scheine.

„Die Einstufung der Trinkgewohnheit, die Häufigkeit, die Menge und die Sorte des alkoholischen Getränks hatten keinen Einfluss auf die Sterblichkeit durch COVID-19“, wird im Bericht gefolgert, der in „Frontiers in Nutrition“ veröffentlicht wurde.

Interessanterweise war die schützende Wirkung von Rotwein gegen COVID-19 unabhängig von der Häufigkeit des Konsums dennoch signifikant – möglicherweise, weil sich in diesem Getränk die höchsten Konzentrationen von Polyphenolen finden –, aber es „fand sich die schützende Wirkung nur, wenn die Betroffenen mehr als empfohlen konsumierten, bis zum Doppelten“.

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Der Bericht der Forschergruppe bringt dennoch schlechte Nachrichten, nämlich für die Liebhaber von Bier, Cider und starken Alkoholika.

„Der Konsum von Bier und Cider steigerte das Risiko für COVID-19, unabhängig von der Frequenz und der Menge der Alkoholaufnahme“, heißt es im Bericht. Auch für Frauen sind die Ergebnisse ungünstig. Die Schutzwirkung der Weine ist bei ihnen schwächer, die negative Wirkung von Bier und Schnaps dafür noch stärker als schon bei Männern.

Die Forscher erklärten deshalb, „öffentliche Gesundheitsempfehlungen sollten sich darauf konzentrieren, das Risiko von COVID-19 durch eine Betonung gesunder Lebensgewohnheiten zu verringern und dabei vor allem auf die Konsumenten von Bier, Cider und destillierten Alkoholika abzielen“.

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