In dieser Woche wurde die Übernahme des Spieleentwicklers Activision Blizzard durch Microsoft verkündet – diese werde 69 Milliarden US-Dollar kosten. Eine Summe, die Kritik beim Weltbank-Chef hervorrief. Er rief dazu auf, mehr Geld für Entwicklungsländer auszugeben.

Der Präsident der Weltbank David Malpass hat die milliardenschwere Übernahme des Videospielentwicklers Activision Blizzard durch Microsoft in Frage gestellt und erklärt, man müsse sich fragen, ob dies „die beste Kapitalallokation“ sei.

Der US-amerikanische Technologieriese hatte Anfang der Woche bekannt gegeben, dass er fast 69 Milliarden US-Dollar für das Spielestudio hinter „Call of Duty“, der weltweit meistverkauften Ego-Shooter-Videospielserie, zahlen wird.

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In seiner Rede auf einer virtuellen Wirtschaftsveranstaltung am Mittwoch sagte Malpass, dass ihn das Ausmaß der Übernahme „verblüfft“ habe, und zog einen Vergleich mit den Summen, die wohlhabendere Länder an die International Development Association spenden, den Fonds der Weltbank für die ärmsten Länder der Welt.

Im Dezember verpflichteten sich 48 Regierungen von Ländern mit hohem und mittlerem Einkommen, über einen Zeitraum von drei Jahren knapp 24 Milliarden US-Dollar bereitzustellen, um armen Ländern bei der Armutsbekämpfung, der Bewältigung der Auswirkungen von COVID-19 und der Umstrukturierung ihrer „schwindelerregenden“ Schuldenzahlungen zu helfen.

Malpass wies darauf hin, dass die Mittel aus der Blizzard-Übernahme in den Anleihemarkt fließen würden, zu dem ärmere Länder nur sehr wenig Zugang haben. Die Anleihefinanzierung ist eine Art der langfristigen Kreditaufnahme, mit der Regierungen bei Investoren (Unternehmen und Privatpersonen) Geld aufnehmen, vor allem für die Entwicklung ihrer Infrastruktur. Laut der Nachrichtenagentur Reuters erklärte der Weltbank-Chef:

„Das führt zu einer Situation, in der ein großer Teil des Kapitals in bereits kapitalintensive Teile der Welt – die fortgeschrittenen Volkswirtschaften – fließt, wobei mehr und mehr auf bereits stark ausgebaute Infrastrukturen und Immobilien hinzugebaut wird.“

Malpass fügte hinzu, dass stattdessen mehr Geld in die Entwicklungsländer fließen sollte, um „die Flüchtlingsströme und die Unterernährung zu bekämpfen“.

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