Es war eine bedrückende Stille, als Rechtsanwalt Martin Pusch gestern in München mit seinen Kolleginnen und Kollegen das Missbrauchs­gutachten für das Erzbistum München und Freising vorgestellt hat. Er sprach von einer „Bilanz des Schreckens“. Auf mehr als 1800 Seiten (PDF) haben die Juristen minutiös Dutzende Missbrauchsfälle im Raum der Kirche aufgearbeitet. Sexuelle Übergriffe auf Kinder, kinder­pornografische Videos und wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Priester, die trotzdem erneut in der Seelsorge eingesetzt wurden. Obwohl Verantwortliche Bescheid wussten, ging der Missbrauch jahrelang systematisch weiter. Es sind schockierende Schilderungen in einem Ausmaß, die so noch nie in der katholischen Kirche ans Tageslicht gekommen waren.