Die US-Notenbank hat eine Studie veröffentlicht, in der die Möglichkeit der Einführung einer digitalen Zentralbankwährung erwägt wird. Ein solcher Schritt würde zwar Nachteile mit sich bringen, könnte aber auch dazu beitragen, die internationale Rolle des US-Dollars zu erhalten.

Eine digitale Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) sollte die derzeitigen Geldformen und Methoden zur Erbringung von Finanzdienstleistungen „ergänzen, anstatt sie zu ersetzen“. Darauf wies das Federal Reserve Board of Governors (Fed) in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie hin, die nach eigenen Angaben „der erste Schritt in einer öffentlichen Diskussion über einen digitalen US-Dollar“ sei.

Auf 40 Seiten, einschließlich Anhängen und Fußnoten, analysiert die Studie die Vor- und Nachteile einer digitalen Zentralbankwährung und bittet um Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit und den Behörden. Fed-Chef Jerome Powell verkündete in einer Erklärung:

„Wir freuen uns auf den Dialog mit der Öffentlichkeit, den gewählten Vertretern und einem breiten Spektrum von Interessengruppen, während wir die Vor- und Nachteile eines CBDC in den USA untersuchen.“

Die Einführung des digitalen US-Dollars würde „eine höchst bedeutsame Innovation im US-amerikanischen Geldwesen darstellen“, heißt es in dem Dokument. Die US-Notenbank beabsichtige nicht, „mit der Ausgabe einer CBDC fortzufahren, ohne klare Unterstützung durch die Exekutive und den Kongress, idealerweise in Form eines spezifischen Ermächtigungsgesetzes“.

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Sie wies darauf hin, dass der US-Dollar derzeit aus drei Arten von Geld besteht – der physischen Währung, die von der Federal Reserve ausgegeben wird, dem digitalen Geld, das von den Geschäftsbanken gehalten wird, und dem „Nichtbankengeld“, einer digitalen Einheit für Transaktionen, die von anderen Finanzdienstleistern genutzt wird.

Die Einrichtung eines von der Fed unterstützten digitalen US-Dollars würde zwar sichere und schnelle Zahlungen zwischen US-Amerikanern und sogar den Handel mit anderen Ländern ermöglichen, aber „es könnte auch Nachteile geben“, wie etwa die Frage, wie die US-Regierung die Privatsphäre der Bürger schützen, illegale Transaktionen bekämpfen und „die Währungs- und Finanzstabilität bewahren kann“, so die Autoren des Berichts weiter.

Die derzeitigen digitalen Zahlungsmethoden neigen dazu, bei „Naturkatastrophen oder anderen großen Störungen“ auszufallen, was dazu führe, dass die betroffenen Gebiete gezwungen sind, sich auf Bargeldtransaktionen zu verlassen.

Die US-Notenbank warnte auch davor, dass andere Länder oder Währungsunionen ihre eigenen CBDCs einführen könnten, die attraktiver sein könnten als die bestehenden Formen des US-Dollars. Dies könnte dessen Status als Weltreservewährung gefährden. Eine digitale US-Zentralbankwährung könnte jedoch dazu beitragen, „die internationale Rolle des US-Dollars zu erhalten“, so die Fed.

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