Rund 900.000 US-Dollar hat Taiwan für eine Lobbykampagne für seinen Verbündeten Guatemala ausgegeben. Die bezahlte PR-Firma soll im Interesse des mittelamerikanischen Staates die Beziehungen zu den USA auf hoher Ebene verbessern.

Taiwan hat Hunderttausende von US-Dollar für eine Lobbykampagne ausgegeben, die Guatemala helfen soll, das Verhältnis zu den USA zu stärken. Zuvor hatte Nicaragua, ein weiterer zentralamerikanischer Staat, die diplomatischen Beziehungen zu Taipeh zugunsten Chinas abgebrochen.

Vor kurzem erst hat die taiwanische Regierung einen Vertrag für eine Lobbykampagne im Wert von 900.000 US-Dollar bezahlt. Dies teilten Regierungsvertreter Guatemalas am Montag mit. Sie dankten der taiwanischen Regierung für „die Unterstützung, die es ermöglichen wird, die Position des Landes in den Vereinigten Staaten zu verbessern“.

Nicaragua beendet diplomatische Beziehungen zu Taiwan zugunsten von China

Wie aus von Reuters zitierten öffentlichen Unterlagen hervorgeht, wurde die Vereinbarung mit dem in den USA ansässigen PR-Unternehmen Ballard Partners getroffen und beinhaltet Lobbyarbeit „in Bezug auf die Regierung der Vereinigten Staaten, einschließlich Interaktionen mit Regierungsvertretern der Vereinigten Staaten“.

Taipeh hat sich noch nicht öffentlich zu der Vereinbarung geäußert. Der Schritt erfolgte jedoch etwas mehr als einen Monat, nachdem Nicaragua die Beziehungen zu Taiwan zugunsten Pekings abgebrochen hatte. Taiwans Regierungsvertreter verurteilten die Maßnahme scharf. Nicaragua gehörte zu den wenigen Staaten, die den Inselstaat als souveräne Nation anerkennen, während Peking Taiwan seit jeher als Teil seines Territoriums betrachtet.

In Honduras, einem Nachbarland Guatemalas, hatte die neue Präsidentin Xiomara Castro zuvor Pläne geäußert, die Beziehungen des Landes zu China zu intensivieren, doch ist sie inzwischen von dieser Idee abgerückt und hat stattdessen erklärt, dass sie die Beziehungen zu den USA verbessern möchte.

Washington hatte Taiwan rund drei Jahrzehnte lang anerkannt, steht seit dem Jahr 1979 in dieser Frage aber offiziell auf der Seite Pekings und unterstützt die sogenannte Ein-China-Politik. Nichtsdestotrotz haben die USA in den vergangenen Jahren Waffen an die Insel geliefert und weitere Hilfe geleistet. Unter der Regierung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump wurden Waffenverkäufe an Taipeh in Milliardenhöhe getätigt. US-Präsident Joe Biden hat diesen Trend fortgesetzt, indem er eine ständige Militärpräsenz nahe der Meerenge von Taiwan installierte und versprach, die Insel im Falle einer Invasion durch China zu verteidigen.

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