Ankara ist bereit, eine Plattform für Gespräche zwischen den Präsidenten Russlands und der Ukraine Wladimir Putin und Wladimir Selenskij zu bieten. Mit dieser Initiative will der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan zur Deeskalation zwischen Moskau und Kiew beitragen.

Türkeis Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat den russischen Staatschef Wladimir Putin und seinen ukrainischen Amtskollegen Wladimir Selenskij zu einem gemeinsamen Treffen in die Türkei eingeladen, bei dem die zwischen Moskau und Kiew bestehenden Auseinandersetzungen und Differenzen besprochen und behoben werden könnten. Dies teilte der Sprecher des türkischen Staatsoberhauptes İbrahim Kalın der Zeitung Daily Sabah zufolge mit. Die Türkei sei bereit, jede Rolle einzunehmen, um die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine abzubauen, sagte er.

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Außerdem kündigte Kalın Erdoğans Pläne an, in den kommenden Wochen die Ukraine zu besuchen und dort Gespräche mit Selenskij abzuhalten. Ankara werde aber zugleich in engem Kontakt mit Moskau stehen, um jeder Art militärischer Aktion vorzubeugen, fügte der Sprecher hinzu.

In einer ersten Reaktion auf die Einladung sagte Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, dass der Kreml die Bemühungen aller Länder zur Beilegung der Ukrainekrise gutheiße. Indessen erinnerte er daran, dass die wichtigsten Streitpunkte zwischen Moskau und Kiew auf die stockende Umsetzung der Minsker Abkommen durch die Ukraine zurückzuführen seien. Peskow fügte hinzu:

„Wenn unsere türkischen Partner auf die Ukrainer einwirken und sie dazu veranlassen können, die zuvor getroffenen Vereinbarungen umzusetzen, kann dies nur begrüßt werden.“

Der türkische Präsident hat zuvor wiederholt seinen Wunsch bekundet, bei der Lösung der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Im November 2021 hatte Erdoğan erklärt, dass Ankara mit Wladimir Putin in dieser Angelegenheit in Kontakt stehe, und sich bereit gezeigt, die Gespräche mit beiden Konfliktparteien fortzusetzen.

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In einer Stellungnahme bezeichnete der Kremlsprecher einen eventuellen trilateralen Donbass-Gipfel unter der Beteiligung der Staatschefs Russlands, der Ukraine und der Türkei jedoch als „sinnlos“, weil Moskau an dem Konflikt nicht beteiligt sei. Auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa schloss eine mögliche Vermittlung Ankaras zwischen Moskau und Kiew im Donbass entschieden aus.

Im Laufe der Telefongespräche im Dezember 2021 wies Putin Erdoğan darauf hin, dass die Ukraine eine destruktive Linie verfolge, die darauf abziele, die Minsker Abkommen zu unterminieren. Gleichzeitig machte der russische Präsident seinen Amtskollegen darauf aufmerksam, dass die ukrainische Seite den Einsatz von türkischen Kampfdrohnen vom Typ Bayraktar im Donbass gemeldet hatte. Bei dem Telefonat einigten sich die beiden Staatschefs darauf, dass die Ukraine auf jegliche Gewaltanwendung im Donbass verzichten müsse.

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