Das Pariser Louvre-Museum hat die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen kritisiert, nachdem sie das Wahrzeichen in einem Wahlkampfvideo als „ihr Eigentum“ bezeichnet hatte. Die Galerie fordert sie auf, die Werbung zurück zu ziehen.

Am Sonntag teilte der Louvre mit, dass die rechte Politikerin und Parteivorsitzende der Rassemblement National Marine Le Pen keine Erlaubnis hatte, ihr Wahlkampfvideo vor der berühmten Glaspyramide des Museums zu drehen, die sich im Innenhof der Galerie befindet. Das Museum fordert sie auf, das Video nicht mehr zu verwenden.

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In dem am 11. Januar gedrehten Video beansprucht Le Pen das Pariser Wahrzeichen als ihr „Eigentum“, so das Museum. In dem dreieinhalbminütigen Spot greift Le Pen den amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron für sein „Zwischenspiel eines Macronismus an, der Gift für das Land war und hier begann“. Macron hatte seine Siegesrede nach der Wahl 2017 vor der Pyramide des Louvre gehalten.

Philippe Olivier, einer von Le Pens Wahlkampfberatern, sagte der New York Times, das Wahlkampfvideo sei gedreht worden, um zu zeigen, dass „Macron der Gegner ist“ und „darum geht es bei dem symbolischen Akt am Louvre.“

Ein Sprecher des Museums erklärte gegenüber Le Parisien:

„Wir können nicht die Identität einer Partei oder einer Forderung sein. In ihrem Clip beansprucht Marine Le Pen das Image des Louvre für sich.“

Das Kunstmuseum erklärte, es wolle nicht in die Politik der gegenseitigen Schuldzuweisungen hineingezogen werden.

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Le Pens Wahlkampfteam erklärte, ihr Video stehe im Einklang mit den offiziellen Regeln des Museums, die besagen, dass eine Genehmigung nicht erforderlich ist, wenn die Aufnahmen nicht für kommerzielle Zwecke bestimmt sind. Das Video bleibe online.

Laut dem Louvre prüfe man nun, welche Maßnahmen hinsichtlich der Bedingungen, unter denen das Video gefilmt und ausgestrahlt wurde, ergriffen werden könnten.

Obwohl Macron eine Kandidatur für die Wahlen im April noch nicht bekannt gegeben hat, gilt er weiterhin als Favorit. Le Pen steht einer starken Konkurrenz weiterer rechter Kandidaten gegenüber, die sie in der ersten Runde der Wahl auf den zweiten Platz verdrängen könnte, wodurch Le Pen die entscheidende Stichwahl nicht erreichen würde.

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