Novak Đoković hat nach dem Corona-Krimi um sein Visum Australien wieder verlassen. Einwanderungsminister Alex Hawke bestätigte auf Twitter den Abflug des 34-Jährigen. Der Tennisstar zeigte sich über die Entscheidung des australischen Bundesgerichts extrem enttäuscht.

Der serbische Tennisprofi Novak Đoković hat am 16. Januar Australien verlassen. Einwanderungsminister Alex Hawke bestätigte auf Twitter den Abflug des 34-Jährigen, der einige Stunden zuvor mit dem Einspruch gegen die Annullierung seines Visums vor dem australischen Bundesgericht gescheitert war. Der Minister begrüßte die einstimmige Entscheidung und verwies auf die Bemühungen der australischen Regierung im Kampf gegen das Coronavirus.

Nach dem Urteil erklärte der Weltranglistenerste, er respektiere die Entscheidung des Gerichts und werde mit den entsprechenden Autoritäten kooperieren, was seine Abreise aus Australien betreffe. Zugleich zeigte er sich jedoch „extrem enttäuscht“ über die Entscheidung:

„Ich fühle mich unwohl, dass ich der Fokus der vergangenen Wochen gewesen bin, und ich hoffe, dass wir uns nun alle auf das Spiel und das Turnier, das ich liebe, konzentrieren können.“

Einspruch abgelehnt: Novak Đoković darf nicht an den Australian Open teilnehmen und muss ausreisen

Er werde sich nun ein bisschen Zeit nehmen, um sich zu erholen, bevor er darüber weitere Kommentare abgebe.

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić kritisierte den Umgang der australischen Behörden mit Đoković scharf. Seit seiner Ankunft in Australien mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung habe der ungeimpfte Spitzensportler „nichts als Willkür und Schikanen“ erfahren, sagte der Politiker am Sonntag in Belgrad. Diese hätten „beispiellose Ausmaße“ angenommen. Vučić sprach von einer „Hexenjagd“ und einer „Lynchstimmung“, die von den Medien erzeugt worden sei.

„An Novak wollte man ein Exempel dafür statuieren, wie die Weltordnung funktioniert.“

Medienberichten zufolge war der Tennisspieler zunächst nach Dubai unterwegs. Seiner Abschiebung war eine tagelange Hängepartie vorausgegangen. Als die Behörden dem gegen das Coronavirus nicht geimpften Đoković in der vorigen Woche die Einreise verweigert hatten, war er in ein Abschiebehotel gebracht worden. Eine erste Gerichtsentscheidung am Montag fiel zu seinen Gunsten aus. Der Tennisstar setzte daraufhin die Vorbereitung auf die Australian Open fort. Am Freitag wurde sein Visum jedoch in einer persönlichen Entscheidung von Einwanderungsminister Alex Hawke ein zweites Mal für ungültig erklärt. Am Sonntag wies das australische Bundesgericht Đokovićs Einspruch gegen die Annullierung seines Visums zurück.

Đoković hatte ursprünglich beabsichtigt, mit dem zehnten Australian-Open- und insgesamt 21. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier zum alleinigen Rekordhalter vor Roger Federer und Rafael Nadal zu werden. Am Montagabend sollte der Tennisstar die Erstrundenpartie gegen seinen Landsmann Miomir Kecmanović bestreiten. Für ihn rückte nun der Italiener Salvatore Caruso als Lucky Loser nach.

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(dpa)





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